Neue Kollektion :The Guest von Paul Smith und Lladró

Neue Kollektion :The Guest von Paul Smith und Lladró

Wenn Mode auf Kunst trifft kommt im Regel- und Bestfall etwas Extravagantes auf den Kunden zu. Bestenfalls, denn es gab leider auch schon genug Beispiele, die für den neutralen Betrachter gründlich ins Auge gegangen sind. Aus Pietätsgründen vor den Machern wird an dieser Stelle auf eine entsprechende Aufzählung verzichtet.

Aufgrund seiner Historie als Meister der Streifen konnte man sich eigentlich schon denken, wie die Zusammenarbeit zwischen dem britischen Designer Paul Smith und der spanischen Edelmanufaktur für Porzellanfiguren Lladró ausfallen würde. Doch weit gefehlt. Ziel war es, zwei Figuren des spanischen Künstlers Jaime Hayon nach dem Geschmack von Smith umzugestalten. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen und hat auf den ersten Blick so rein gar nichts mit den bisherigen Werken von Smith gemeinsam. Keine fleuralen Muster und vor allem keine Streifen sind auf den beiden Figuren zu erkennen. Der britische Modemacher, der völlig zu Recht durch Prince Charles zum Ritter geschlagen wurde, stellt alle bisherigen Gedankengänge auf den Kopf und überrascht mit einer für seine Verhältnisse geradezu extravaganten Gestaltung der kleinen Figuren aus Porzellan.

 

 

Smith gestaltete eine Figur als skeptisch schauendes Katzen-Hase-Gemisch in einem grauen Jogginganzug, welche sich erkennbar von der zweiten Figur in einem leichten lila-blauen Anzug präsentiert. Hauptaugenmerk sind die Muster auf den Figuren, die auch einem Geometriekurs der fünften Klasse entnommen sein könnten. Auf den Figuren tummeln sich bunte Kreise, Quadrate, Rechtecke und Dreiecke, aber nirgends auch nur der kleinste Streifen. Es sei denn man interpretiert eine Linie als eben diesen.

 

Paul Smith wollte mit seinen Werken eine Brücke zwischen moderner Designkunst und klassischem Werkstoff schlagen, das ist ihm eindrucksvoll gelungen. Jeder der bei Porzellanfiguren an die Sammlung bei Oma auf dem Nachttisch denken muss, sollte sich die Figuren von Lladró etwas genauer ansehen und sich davon überzeugen, dass diese alles sind nur nicht alt und spießig.

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