Richie Hawtin I Love Techno in Gent [07.11.1999]

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Scherenschnitt

Der Scherenschnitt ist ein kunsthandwerkliches Verfahren (Psaligraphie) und zugleich die Bezeichnung für dessen Ergebnis. Dabei wird Papier oder ein anderes flaches Material mittels einer Schere oder spezieller Schnittinstrumente (z. B. für Ausschnitte) so bearbeitet, dass entweder der verbleibende Umriss oder die Ausschnitte oder beides ein anschauliches Bild ergeben, das realistisch oder schematisch (Ornamente) sein kann. Dabei gibt es

  • die klassische Silhouette, bei der ein ungefaltetes Blatt (oder mehrere übereinanderliegende) zerschnitten wird. Diese Scherenschnitte sind meist schwarz und werden vor einem kontrastierenden hellen Untergrund gezeigt. Sind sie hell, werden sie vor einem kontrastierenden dunklen Grund gezeigt.
  • die Faltschnitttechnik, bei der ein zu Hälften, Vierteln oder noch kleineren Teilen zusammengefaltetes Blatt beschnitten wird. Nach dem Auseinanderfalten der bearbeiteten Papiervorlage ergibt sich ein ein- oder mehrfach axialsymmetrisches Bild.

Der Scherenschnitt, ursprünglich in Nordchina beheimatet, ist eine der ältesten Volkskünste Chinas. Nach der Jahrhundertwende hatte er zunächst an Bedeutung verloren, da Glas das Fensterpapier, an das man Scherenschnitte zu kleben pflegte, ersetzte. Jede Provinz hat ihren bestimmten Stil und ihre spezifische Farbgebung.

In Deutschland war der Scherenschnitt beliebt in der Kultur der Goethezeit und des 19. Jahrhunderts; auf den künstlerischen Scherenschnitt spezialisiert hat sich Paul Konewka. Ein bedeutender Vertreter des Scherenschnitts im Jugendstil ist der Illustrator Marcus Behmer, der seine Scherenschnitte teils auch als Vorlage für ornamentale Gestaltungen herangezogen hat. Der Deutsche Scherenschnittverein e. V. widmet sich der Pflege dieser Kunst und der Archivierung von Künstlerbiographien und Werkbeispielen.

Auch heutzutage haben klassische und moderne Scherenschnitte ihren Liebhaberkreis in der Kunstszene. Bekannte Vertreter der Moderne sind die Scherenschnitt- und Papier-Künstlerin Brigitte Prommegger-Weilguni und der Schweizer Papierschneider Adam Dario Keel. Die Schweizerische Post hat im Herbst 2007 vier Briefmarken mit Motiven von Schweizer Scherenschnitt-Künstlern herausgegeben.

Weltmeister als schnellster Scherenschnittkünstler (Guinness-Buch der Rekorde 1982) ist der, jetzt in Düsseldorf beheimatete, gebürtige Franzose Jacques Maté (eigentlich Jacques Matéos). In den 1980er Jahren nahm er an vielen Fernsehshows teil und hatte prominente Modelle, wie Brandt und Kohl, zuletzt porträtierte er noch mit Schere und Papier auf Jahrmärkten und Weihnachtsmärkten. Für 2010 hatte er angekündigt, zum Ende des Dortmunder Weihnachtsmarktes sein Geschäft zu verkaufen.

In Polen werden die farbenprächtigen Łowiczer Scherenschnitte geschnitten.

 

Bekannte Scherenschnitt-Künstler

Literatur

  • Ernst Biesalski: Scherenschnitt und Schattenrisse. Kleine Geschichte der Silhouettenkunst. Callwey, München 1964, OCLC 2475294.
  • Ursula Kirchner, Otto Kirchner (Hrsg.): Unterwegs Wie und Wohin? Das Motiv der Fortbewegung im Scherenschnitt. August Dreesbach, München 2010, ISBN 978-3-940061-40-9
  • Naomi Feuchtwanger, Wilfried Knauer: Jüdische Scherenschnitte von Archie Granot (= Veröffentlichungen des Braunschweigischen Landesmuseums, Band 51). Braunschweiger Landesmuseum, Braunschweig 1988 DNB 891275738.
  • Judith Steinheider: Schattenbild und Scherenschnitt als Gestaltungsmittel der Buchillustration: Geschichte und Bibliografie (= Kontext Kunst – Vermittlung – kulturelle Bildung, Band 11), Tectum, Marburg 2013, ISBN 978-3-8288-3251-0 (Dissertation Universität Paderborn 2012, 311 Seiten).

Weblinks

 Commons: Paper cutting – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

 

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Boris Brejcha – DJ Mix Number 02 – 2013

Conté (Stifte)

Ein Conté-Stift besteht aus stark gepresster Kreide in Form eines kleinen rechteckigen Stäbchens. Die Farbpalette beschränkt sich hauptsächlich auf die Erdfarben Bister, Sepia und Rötel sowie Schwarz, Weiß und diverse Grautöne. Entwickelt wurde der Stift 1795 von seinem Namensgeber Nicolas-Jacques Conté.

Conté (Stifte)
Conté (Stifte)

Conté-Stifte eignen sich ähnlich wie Zeichenkohle für kontraststarke Zeichnungen und sind leicht mit dem Finger verwischbar. Daher werden solche Zeichnungen für gewöhnlich nach der Fertigstellung fixiert.

 

 

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Richie Hawtin & Ricardo Villalobos @ Globus [16.04.05]

Zeichenkohle

Die Zeichenkohle besteht aus verkohlten Holzstäbchen, bzw. aus gepresstem Holzkohlepulver.

Zeichenkohle
Zeichenkohle

In der Kunst ist sie ein häufig gebrauchtes Mittel, da es billig bzw. leicht selbst herzustellen ist und gute Korrekturmöglichkeiten zulässt. Außerdem kann man sie linear und spitz, wie auch breit, verwischt und malerisch verwenden. Sie staubt stark ab und verwischt leicht, wodurch Fixieren notwendig ist.

Herstellung

Verwendet werden verschiedene Hölzer wie Wein, Weide, Linde, Obstbäume und andere. Wichtig dabei ist, dass das Holz gleichmäßig gewachsen sein muss. Die Kohle darf nicht zu weich, aber auch nicht zu hart sein, sie schmiert oder splittert sonst, außerdem muss sie gut schwärzen. Die zugeschnittenen Stäbe müssen als Bündel in Ton eingepackt oder in einen verschlossenen Tontopf gelegt werden. Danach werden sie langsam in einem Ofen gebacken. In neuerer Zeit wird auch Holzkohlepulver zu Stangen gepresst, was verschiedene Härtegrade zulässt.

Zeichenkohle
Zeichenkohle

Verwendungsgeschichte

Mit verkohltem Holz wurde schon seit Urzeiten gezeichnet, wovon viele Höhlenzeichnungen zeugen. Bis ins Mittelalter hinein war es aber eher ein Hilfsmittel, etwa für Vorzeichnungen oder für die Übung. Erst mit der höheren Schätzung der Handzeichnung überhaupt und Entwicklung geeigneter Fixiermethoden ab dem 15. Jahrhundert wurden Werke in dieser Technik geschaffen, die Endziel und nicht Vorstufe waren. Fixiert wurde von da an entweder durch Einlegen in ein Leimbad oder durch Bestreichen mit Leim. Die beste Methode war allerdings, das Blatt vorher einzustreichen, nach dem Trocknen die Kohle aufzubringen, um den Leim nun im Wasserdampf zu erweichen und so die Fixierung zu vollenden. Eine andere Möglichkeit wurde Mitte des 16. Jahrhunderts in Italien entwickelt. So wurde die Kohle kurz vor der Verarbeitung in Öl getränkt. Der Strich wird satter und ist kaum verwischbar, was aber auch eine Korrektur verhindert. Außerdem vergilbt das Öl und hinterlässt so Spuren. Die Kohlezeichnung ist bis in die Gegenwart ein sehr gebräuchliches Mittel geblieben, wobei sich aber die Fixiermöglichkeiten durch Aufsprühen deutlich verbessert haben. Zeichenkohle lässt sich auch sehr gut mit Graukreiden kombinieren, wodurch die Graupalette erhöht werden kann, ohne dass der typische Strichcharakter verlorengeht.

Kombination von Zeichenkohle und Graukreiden
Kombination von Zeichenkohle und Graukreiden

Weblinks

 Commons: Zeichenkohle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Zeichenkohle – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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