Praxisorientierte Tipps zu Mal- und Zeichentechniken

Um später in Aquarell, Acryl- oder Ölfarben gut malen zu können, muss zunächst das Zeichnen und Skizzieren mit verschiedenen Materialien erlernt werden. Die Fähigkeit, Formen der Natur auf das Papier oder die Leinwand zu bannen, Proportion und Helligkeitsunterschiede zu sehen, muss durch Übung mit dem Zeichenstift erst einmal gelernt werden. Nicht nur die Fingerfertigkeit und der Blick für Details werden dabei geschult, auch die Fähigkeit zu abstrahieren will geübt sein, bevor es daran geht ein Bild in Farbe auf die Leinwand zu bringen, welches ein reduziertes Abbild der Realität darstellen soll.

Zeichnen

Perspektive und Bildgestaltung

EP CAP LANSEN 13.jpgWir leben in einer dreidimensionalen Welt. Das Papier hat nur zwei Dimensionen. Deshalb müssen wir einige Dinge beachten, um dem Auge des Betrachters eine dreidimensionale Welt auf dem Papier vorzugaukeln. Wir sind in der Lage selbst kleine Ungereimtheiten in Bildern schnell zu erkennen, weil unser Gehirn es gewohnt ist, dreidimensionale Objekte zu betrachten. Doch mit ein wenig Mühe lässt es sich überlisten. Dazu gibt es einige Tricks bei der Bildgestaltung zu beachten.

Bei Landschaftsmalereien zum Beispiel, sind Objekte im Vordergrund detailreicher und generell Dunkler (Farbiger, Satter) als der Hintergrund. Berge in weiter Ferne sind leicht unscharf und werden mit zunehmender Entfernung immer heller dargestellt. Bei der Objektzeichnung wird durch Schatten an den richtigen Stellen eine Dreidimensionalität vorgetäuscht. Dabei ist zu beachten, dass das Licht in der Regel nur aus einer Richtung kommen kann. Als Hilfsmittel um das korrekt zu lernen, ist es Sinnvoll die zu zeichnenden Objekte, oder ähnlich geformte, tatsächlich unter eine Lampe zu legen, um genau den Schattenwurf daran zu studieren.

Abstraktion

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Die reale Welt besteht aus vielen Details. Zu viele um alle berücksichtigen zu können. Ein Künstler muss lernen, welche Details für die Bildgestaltung wichtig sind und welche besser weggelassen werden. Niemand käme auf die Idee eine saftige Wiese mit allen Gräsern zu malen, wenn es nur darauf ankommt die Kuh auf der Wiese mit etwas grün herum darzustellen. Deshalb sollte der Künstler sich vor der Zeichnung ein paar Gedanken zur Gestaltung und dessen Umsetzung machen.

Dinge im Vordergrund müssen detailreicher als weiter entfernte Objekte gestaltet werden. Häuser am Horizont sind nur noch weiße Punkte. Bei einem Haus, das die halbe Malfläche einnimmt, müssen Details wie Türgriffe, Fensterläden und Dachziegel genau abgebildet werden. Durch vorhergehende Planung der Bildgestaltung kann es sich der Künstler sehr viel leichter machen als ohne Planung. Kunst heißt nicht die Realität genau abzubilden, denn dafür gibt es die Fotografie.

Schraffierungen

Schraffierungen werden bei der Zeichnung mit harten Bleistiften benutzt, um Schatten in das Bild einzufügen. Dabei gibt es auch verschiedene Möglichkeiten. Einmal die bloße Längsschraffierung und die Kreuzschraffur, welche sich auch noch zusätzlich durch diagonale Linien erweitern lässt, falls die Kreuzschraffur nicht ausreichen sollte. Unterschiedlicher Linienabstand der Schraffur verstärkt den Hell-Dunkel-Effekt noch zusätzlich.

Bei weichem Bleistift wird, um Schatten zu zeichnen, mehrfach übereinander oder mit mehr Druck gezeichnet. Zu harte Konturen können später mit einem Finger oder einem speziellen Papierwischer, welchen es im Fachhandel zu kaufen gibt, verstrichen werden. Dadurch wird das Grafit besser verteilt und ein zarter Übergang geschaffen.

Material

Mit Bleistiften unterschiedlicher Härte kann das Zeichnen gut geübt werden. Ein oder zwei Kindermalblöcke mit glattem Papier reichen vollkommen dafür aus. Wenn später ernsthaft mit Bleistift weitergezeichnet werden soll, dann lohnt die Anschaffung eines Kastens mit Bleistiften verschiedener Härtegrade in hoher Güte. Sonst genügt es auch zwei weiche, zwei mittlere und einen harten Bleistift einzeln zu kaufen.

Bleistifte sollten vorsichtig behandelt werden und nicht auf den Boden fallen gelassen werden, weil dadurch die Mine im inneren bricht. Dann macht das Zeichnen damit keinen Sinn mehr. Bleistifte gibt es in unterschiedlichen Härtegraden im Künstlerbedarf zu kaufen. Die Palette reicht dabei von sehr Weich 9B über Normal HB bis sehr Hart 8H.

Radiergummi gibt es in sehr verschiedenen Ausführungen. Für ernsthaftes Arbeiten sollten wir die Finger von farbigen Radiergummis lassen, da diese beim Radieren auch gleich das Papier einfärben. Zur Wahl stehen eigentlich nur zwei verschiedene Typen. Die Entscheidung darüber ist Geschmacks- oder Glaubenssache.

Es gibt da den herkömmlichen Radiergummi aus weißem, rauem Gummi. Dieser hinterlässt der nach dem Radieren Flöckchen auf dem Blatt, welche weggewischt werden müssen. Es gibt auch einen speziellen Zeichner-Radiergummi, der eher wie weiße Knetmasse aussieht. Dieser nimmt den Grafit vom Blatt in sich auf, ohne dabei etwas auf dem Blatt zu verlieren. Er wird mit der Zeit immer grauer durch das Grafit. Die Handhabung der Beiden ist sehr verschieden und daher Geschmackssache.

Ein Spitzer mit angeschlossenem Reservoir aus durchsichtigem Kunststoff erleichtert die Arbeit, da kein Mülleimer neben der Zeichenfläche benötigt wird. Mit einer feinen Zeichenfeder sollte man erst arbeiten,wenn man etwas Erfahrung hat.

Grundübungen

Die Grundübungen sind dazu gedacht, dem Anfänger die Handhabung des Stiftes zu üben. Die Fähigkeit gerade, gleichmäßige Linien zu ziehen ist keineswegs angeboren. Es muss wie das Schwimmen oder das Fahrradfahren erst erlernt werden, da hierfür die Muskeln der Arme trainiert werden und gleichzeitig die Koordination verbessert wird. Separate Übungen zur Verbesserung der Koordination der Arme und Finger sind zu empfehlen.

Linienführung

Dabei werden zuerst mit einem mittelharten HB Stift waagerechte Linien in einem Abstand von ca. einem Zentimeter auf dem Blatt gezogen (natürlich ohne Lineal). Rechtshänder fangen oben links an. Linkshänder beginnen oben rechts auf dem Papier.

Anfänger sollten den Block dazu hochkant nehmen, um nicht mit all zu langen Linien zu beginnen. Dabei kommt es darauf an, möglichst gerade Linien mit immer dem gleichen Abstand zur Nachbarlinie mit dem gleichen Druck hinzubekommen. Dabei darauf achten nicht zu stark aufzudrücken, um das Handgelenk nicht zu überlasten. So kann erst einmal auf bis zu 10 Seiten geübt werden. Die Blätter können dabei von beiden Seiten benutzt werden und sollten aufbewahrt werden, um später senkrechte Linien (von oben nach unten) darauf zu üben.

Wenn Sie das geschafft haben, dann üben sie Kreise auf diesen oder auf frischen Blättern. Zuerst langsam, dann mit Schwung. Die Kreise sollten immer geschlossen und möglichst rund sein.

Schraffur, Körper ausfüllen

Zeichnen Sie auf ein neues Blatt ein paar Rechtecke und ein paar Kreise von der Größe eines Hühnereis. Diese werden dann mit einem harten oder mittelharten Bleistift komplett durch Schraffur ausgefüllt. Dabei ist darauf zu achten, das nicht über die Außenlinie schraffiert wird. (Wenn es trotzdem passieren sollte, dann ist es auch nicht schlimm. Das ist ja nur zur Übung. Einfach weitermachen!) Als Hilfe kann die andere Hand den Weg begrenzen. Einfach den Finger unterhalb oder oberhalb der Figur auf das Blatt legen. Den Stift dabei leicht schräg halten, so das dieser an die Fingerkante anstoßen kann.

Übertragen

Zweidimensionales

Bei zweidimensionalen Vorlagen -wie Fotos oder Fotokopien von Bildern-, ist es relativ einfach diese auf das Zeichenblatt zu übertragen. Als klassische Methode bietet sich die Gitterprojektion an. Dazu wird die zweidimensionale Vorlage fotokopiert oder direkt mit einem Gitter auf dessen Oberfläche versehen. Das selbe Gitter wird auch mit sehr dünnen fast unsichtbaren Linien auf das Zeichenblatt gebracht. Je nach Detailreichtum der Vorlage sollten es zwischen 16 bis 100 Quadrate auf einer Seite sein. Die maßstabsgetreue Übertragung wird dadurch stark vereinfacht, weil nur die Formen jeweils eines Quadrates nach dem Anderen gezeichnet werden. An den Quadraten kann sofort gesehen werden, wenn eine Proportion nicht stimmen sollte. Die Hilfslinien auf der Zeichnung werden dann mit einem Radiergummi entfernt, nachdem alles Wichtige (wie die Außenkonturen) übertragen wurde. Details werden erst eingezeichnet, nachdem die Hilfslinien ausradiert wurden.

Mit dieser Technik sind fast beliebige Vergrößerungen und Verkleinerungen des Originals möglich. Dafür muss nur das Maß eines Hilfsquadrates auf der Vorlage genommen werden und mit dem Faktor der Vergrößerung multipliziert werden. Bei einer Kantenlänge von zum Beispiel fünf Zentimetern wird auf der Zeichenfläche eine Vergrößerung um den Faktor 2 mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern.

Dreidimensionales

Dreidimensionales, wie zum Beispiel ein Stillleben mit einer Obstschale auf einem Tisch auf die Zeichenfläche zu übertragen, ist ein wenig schwieriger. Dafür muss zuerst der Bildausschnitt festgelegt werden. Es wäre möglich auch dafür die eben beschriebene Gittermethode zu benutzen. Es müsste dann ein Gitter angefertigt werden, durch das die Szene betrachtet wird. Auch dafür wären Hilfslinien auf dem Zeichenblatt erforderlich.

Eine weitere Methode ist es, einfach nach den Proportionen zu arbeiten. Um bei dem Beispiel der Obstschale mit Früchten zu bleiben, wird zuerst festgelegt auf welcher Höhe der Boden der Schale sein soll. Dann wird der Arm mit dem Zeichenstift ausgestreckt und mit dem jeweiligen Auge (das andere wird zugekniffen) die Schale und der Bleistift betrachtet. Dabei wird das Maß der längsten Strecke aufgenommen (zum Beispiel die komplette Breite der Schale). Mit dem Daumen kann das Maß auf dem Bleistift gekennzeichnet werden. Dann wird der Arm mit dem Bleistift um 90 Grad gedreht, um das genommene Maß mit der Höhe zu vergleichen. Ist es genauso Hoch wie Breit? Doppelt so Hoch oder nur die Hälfte der Breite? Nun haben wir das Verhältnis von der Höhe zur Breite genommen. Wenn zum Beispiel die Höhe der Schale inklusive Früchte drei viertel der Breite der Schale hat, dann können wir auf dem Zeichenblatt den Boden der Schale zum Beispiel zehn Zentimeter breit zeichnen und dann davon in der Mitte etwa fünfzehn Zentimeter in die Höhe gehen, um das obere Ende mit einem kleinen Hilfspunkt zu markieren. Dann kann die Höhe des Schalenrands bestimmt werden und anschließend die Schalenoberkante eingezeichnet werden, nachdem das Längenverhältnis im Vergleich zu dem Schalenboden aufgenommen wurde. So wird das mit allen Objekten, die gezeichnet werden sollen, getan. Dies ist ein mühsames herantasten an die richtigen Proportionen. Aber es ist relativ genau und Sie kommen damit zum Ziel. Alle Zeichner benutzen diese Technik am Anfang häufig und später gelegentlich, um die frei definierten Proportionen zu überprüfen.

Aquarellmalerei

Étretat - Falaise d'aval.jpgDas Malen mit Aquarellfarben gehört mit zu den ältesten Maltechniken. Schon Albrecht Dürer hat die Aquarellmalerei betrieben. Zu seiner Zeit war dies allerdings nur eine Möglichkeit, um den Bildaufbau zu üben, bevor es dann in Öl gemalt wurde. Der englische Maler William Turner brachte die Kunst mit Aquarellfarben zu malen durch seine sehr eindrucksvollen Aquarelle zu neuem Ruhm und Bekanntheit.

Materialien

Farben

So sollte der Malkasten auf keinen Fall aussehen!

Farbkreis

Bei der Aquarellmalerei kommen wasserlösliche Farben zum Einsatz. Die Farben bestehen aus Farbpigmenten, die mit einem Bindemittel (Gummi arabicum) gebunden werden. Im Gegensatz zu anderen wasserlöslichen Farben sind Aquarellfarben nicht deckend, sondern lassen den Malgrund – also das Papier – oder tiefliegendere Farbschichten durchscheinen.

Die Farben sind in Tuben oder Näpfchen erhältlich, wobei die leicht feuchten Tubenfarben generell besser geeignet scheinen, da sie mit wenig Wasser verwendet werden können, was einen wesentlich deckenderen Farbauftrag ermöglicht. Die mit fester Farbe gefüllten Näpfchen eignen sich jedoch besser für den Transport, z. B. wenn im Freien gearbeitet werden soll.

Bei Näpfen sind Vollnäpfe zu empfehlen, sie halten meistens länger und der Pinsel kann in ihnen besser die Farbe aufnehmen. Kleine Halbnäpfe sind allerdings dank ihrer kleinen Größe für die Arbeit im Freien empfehlenswert.

Sollte die Farbe in einer Tube doch einmal eintrocknen, kein Problem. Schneide die Tube der Länge nach auf, solange die Farbe noch nicht vollkommen durchgetrocknet ist, dann kannst du sie als provisorisches Näpfchen nutzen.

Da sich die Farben sehr gut mischen lassen, kommt man mit wenigen Farben aus. Prinzipiell sind die drei Primärfarben Blau, Rot und Gelb ausreichend, um daraus unzählige warme, kalte oder neutrale Farben zu mischen. Durch Zugabe von mehr oder weniger Wasser lässt sich die Transparenz und damit die Helligkeit der Farbe regulieren. Gleichzeitig verändert die Farbe mit unterschiedlich großer Wasserbeigabe auch ihre Eigenschaften bezüglich des Farbauftrages.

Verschiedene ähnliche Farben, die aus anderen Pigmenten zusammengesetzt sind haben unterschiedliche Eigenschaften beim Mischen und bei der Verarbeitung. Aus diesem Grund und um das Mischen zu erleichtern, werden in der Regel verschiedene Primär-, Sekundär- und neutrale Farben verwendet. Aus didaktischen Gründen kann es vorteilhaft sein, wenn man sich zunächst auf wenige Farben beschränkt, z. B. je zwei Blau-, Rot- und Gelbtöne, zwei Grün-, zwei Braun- und einen Violettton und zusätzlich ein neutrales Grau. Eine solche Auswahl wird oft noch durch Schwarz oder gar Deckweiß ergänzt, beides ist aber eigentlich nicht notwendig und zum Teil auch verpönt.

Ein Schwarz wird normalerweise nicht benötigt, weil die Mischung aus den drei Primärfarben alle Arten von Grautönen erzeugen kann, die bei minimaler Wasserzugabe auch als Schwarz erscheinen. Weiß wird nicht benötigt, wenn man einen weißen Malgrund verwendet, da dieser bei der Aquarellmalerei durch die Farben hindurchleuchtet. Die Stellen, die absolut weiß sein sollen, werden einfach freigelassen. Deckweiß kann jedoch für die Granuliertechnik interessant sein, wenn man auf anderen Farbschichten bestimmte Effekte erzielen möchte. Außerdem ist es möglich, Fehler mit Deckweiß zu überdecken.

Bei Napffarben ist darauf zu achten, das diese nicht im Napf gemischt werden, sondern mit dem Pinsel aufgenommen und in einen Mischnapf abgestreift werden. Das wird so ausgeführt, das nur etwas sauberes Wasser in den Pinsel aufgenommen wird und die Farbpigmente im Farbnapf so lange gerührt werden, bis das Wasser im Pinsel genügend Pigmente aufgenommen hat. Dann wird es im Mischnapf abgestreift und erneut ausgeführt, bis genügend Farbe im Mischnapf vorhanden ist.

Um mit den Grundfarben und der Farbmischung vertraut zu werden, ist es ratsam, erstmal einen Farbkreis anzulegen. Dafür werden auf einem Blatt die drei Grundfarben in einem Kreis zu je einem Drittel aufgemalt. An den Schnittkanten der Grundfarben wird im Außenkreis die Mischfarbe der zwei nebeneinanderliegenden Grundfarben aufgemalt.

Pinsel

Pinsel

Pinsel

Der Pinsel ist eines der wichtigsten Werkzeuge beim Malen mit Aquarell, Acryl- oder Ölfarben. Die Qualität des Pinsels spielt deshalb auch eine große Rolle bei der Sauberkeit des Gesamteindrucks. Die Unterschiede der Pinsel sind groß, was sich in erster Linie an den Pinselhaaren und dessen Fassung (in Fachkreisen die Zwinge) zeigt. Die Zwinge sollte z. B. keine Nahtstelle aufweisen, da sich hier sehr schnell Rost ansetzen kann. Die meisten Pinselhaare bestehen aus Schweinsborste, die ein Abfallprodukt bei der Schweineschlachtung ist. Die seltenste Sorte und damit auch die teuerste ist Rotmarderhaar. Die teuersten und hochwertigsten Pinsel sind die Kolinsky-Rotmarderhaar-Pinsel. Dann gibt es noch Pinsel, die mit künstlichen Fasern hergestellt werden, was sie bei guter Pflege am langlebigsten macht. Pinsel gibt es (genau wie Farbe)in drei Qualitätsklassen, Schulmalpinsel, Studienqualität und Künstlerpinsel.

Pinsel sollten niemals in einem Wasserglas auf den Borsten stehen. Die Borsten verbiegen sich oder knicken dadurch ab. Wenn der Pinsel längere Zeit im Wasser steht, dann quillt sein Holz auf, was die Zwinge erweitert. Nach dem Trocknen kann es sein, das dann Haare ausfallen. Auch sollte ein Pinsel nicht mit heißem Wasser ausgewaschen werden, weil die Hitze ebenfalls die Zwinge erweitert und zu Haarverlust führen kann. Beim Malen mit Aquarell oder Acrylfarbe wird der Pinsel nur kurz in dem Wasserglas gerührt, um die Farbe herauszulösen und anschließend entweder hingelegt oder besser in einem Glas umgedreht hingestellt, so dass die Borsten nach oben zeigen. Bei der Reinigung im Wasserglas sollte vermieden werden, den Pinsel bis zur Zwinge auf den Boden zu drücken, weil dadurch selbst der beste Pinsel bald nur teurer Abfall ist. Eingetrocknete Acrylfarbe lässt sich nur sehr schwer aus einem Pinsel entfernen, deshalb sollte auch bei kürzeren Pausen der Pinsel immer erst im Wasserglas gründlich von der Farbe befreit werden und wenn nötig in einem Lappen abgewischt werden. Ölfarbe trocknet nicht so schnell ein und kann auch leicht mit Nitroverdünner herausgelöst werden.

Papier

Papier gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen. Angefangen bei unterschiedlichen Papierdicken, welche in Gewichtseinheiten unterschieden werden, über die Rauhigkeit der Oberfläche, welche ein wichtiger Gestaltungsbestandteil des Bildes sein kann, zu säurefreien, alterungsbeständigem Hadernpapier in geleimten Bögen, bis 70×100 cm ist alles zu bekommen, was ein angehender Kunstmaler gebrauchen kann.

Generell kann man sagen, das für erste Mal– und Farbmischversuche ein billiger Kindermalblock mit einer Papierdicke von meistens 80 Gramm pro Quadratmeter ausreichend ist. Für ernsthafte Aquarellzeichnungen mit Nass in Nass Technik sollte es ein spezieller Aquarellblock mit einer Papierdicke von 250 bis 300 Gramm pro Quadratmeter sein. Wenn der Block nicht geleimt ist, so muss vor dem Malen das Blatt aus dem Block gelöst werden und auf ein Holzbrett mit Klebeband aufgespannt werden, um ein Wellen des Papiers zu vermindern.

Hilfsmittel

  1. Einen harten feinen Bleistift und ein Radiergummi zum Vorzeichnen.
  2. Ein großes Glas mit Wasser, welches zum Reinigen des Pinsels benutzt wird.
  3. Ein kleines Glas mit Wasser, das für die Anmischung der Farben benutzt wird.
  4. Einen Schwamm zum gleichmäßigen Anfeuchten des Papiers und einen weiteren, um Farbe Großflächig zu verteilen.
  5. Ein Holzbrett, welches größer ist als das verwendete Papier, um das Blatt mit Klebeband aufzuspannen.
  6. Ein Paar Papiertaschentücher oder einen Lappen zum Reinigen der Pinsel.
  7. Einige kleine Porzellanschälchen oder eine spezielle Aquarellmalerpalette aus Kunststoff mit Mulden zum Farbmischen.(man kann aber auch eine Malerpalette mit Einbuchtungen nehmen.)
  8. Eventuell, wenn benötigt, eine Flasche Maskierflüssigkeit, um Stellen des Papiers so abzudecken, das keine Farbe eindringen kann, um diese weiss zu lassen oder sie später mit einer anderen Farbe zu bemalen.

Grundtechniken

Lavieren

Beim Lavieren wird durch den Pinsel flächig Farbe auf das Papier aufgetragen. Dabei kommt es darauf an, dies möglichst gleichmäßig hinzubekommen, damit später nach dem Trocknen der Farbe die Fläche gleichmäßig aussieht.

Das Lavieren sollte häufig geübt werden, um die Technik zu verbessern. Zum Üben sollte ein Blatt auf ein Holzbrett geklebt werden, dieses leicht Angewinkelt aufgestellt werden, so dass das Wasser von der Blattoberseite zu ihnen herunterlaufen kann. Ausgeführt wird das Lavieren mit einem Rundpinsel, der möglichst viel Farbe aufgenommen hat (Sozusagen einen sehr großen Tropfen Wasser mit Farbe). Eine gute Idee ist es vor dem Lavieren eine ausreichende Menge an Farbe in einem größeren Näpfchen anzumischen. Das ist mit Tubenfarben am einfachsten zu bewerkstelligen.

Linkshänder fangen auf dem Blatt oben rechts an und Rechtshänder beginnen oben links mit dem Lavieren. Es ist darauf zu achten, zügig zu arbeiten und nicht länger auf einer Stelle mit dem Pinsel zu verweilen als nötig. So wird ein Streifen nach dem anderen Aufgetragen.

Lasieren

Bei der Lasiertechnik werden Farben, nachdem sie getrocknet sind, übereinander gemalt. Dies führt zur Abdunkelung der Farbe an diesen Stellen oder zur Erzielung eines Mischeffekts. Dies geschieht aber ohne die Farben tatsächlich nass zu mischen. Dadurch, dass Aquarellfarben sehr durchsichtig sind, ist die darunterliegende Farbe noch teilweise sichtbar. Allein dadurch können Bilder entstehen, indem mehrere Lagen von Farben übereinander gemalt werden.

Je mehr Farbschichten übereinander liegen, desto dunkler wird diese Stelle. So kann es sein, dass es Bilder in Lasiertechnik gibt, welche nur mit einer Farbe erstellt wurden, aber durch die Helligkeitsabstufung auf dem Blatt ihren Charakter bekommen und dadurch interessant werden. Dies kann auch in Kombination mit Tusche passieren, womit Details ins Bild kommen. Die Tusche sollte dann allerdings Wasserfest und schon getrocknet sein, bevor darüber mit Aqarellfarben gemalt wird.

Nass-in-Nass-Technik

Bluball2.jpgFür diese Technik brauchen wir auf jeden Fall ein dickeres Papier, um das bei diesen Wassermengen unvermeidliche Wellen des Papiers zu vermindern. 300 Gramm pro Quadratmeter sollte es schon sein. Das Papier muss, wenn es nicht in einem geleimten Block ist, auf ein Holzbrett aufgeklebt werden. Dazu gibt es spezielles Klebeband, welches wie eine Briefmarke mit Wasser angefeuchtet wird, um es zu verkleben. Es werden nur die äußersten Kanten des Blattes rundherum beklebt (ca. 1cm ). Nach dem Trocknen wird das Papier mit einer scharfen Klinge oder einem Cuttermesser an den Klebekanten herausgeschnitten. Also die beklebten Stellen fallen weg.

Gemalt wird natürlich auf einem Waagerecht auf dem Tisch liegenden Blatt, damit das Wasser oder die Farbe nicht vom Blatt läuft. Zuerst wird das Blatt mit einem sehr feuchten Schwamm gleichmäßig befeuchtet. Das Wasser darf sehr Großzügig aufgetragen werden, da es mit der Zeit sowieso wieder einzieht oder verdunstet. Auf dieser feuchten Fläche wird dann mit den Pinseln gemalt. Dabei ist zu sehen, das die Farben keine definierte Linie ergeben, sondern entweder sehr verteilt werden (also nach Außen blasser werden) oder es astartige Strukturen gibt, weil die Farbpigmente sich in die tieferen Strukturen des Papiers absetzen. Das hängt davon ab, wie Feucht das Blatt noch ist. Die Wirkung des Verlaufs ist fast unkalkulierbar, doch das macht den Reiz der Nass-in-Nass-Technik aus. Solange das Blatt noch feucht ist, können noch Veränderungen daran vorgenommen werden. Bei ungewollten Farbspritzern kann die Farbe mit einem Tuch abgetupft werden und mit klarem Wasser weiter verdünnt werden, bis nichts mehr davon zu sehen ist.

Es sollte möglichst vermieden werden, allzu oft nebeneinanderliegende Farben auf dem Papier zu vermischen, da die Farbe dadurch immer mehr ihren Glanz verliert und grau wird. Nur reine Aquarellfarben haben eine intensive Farbe.

Acrylmalerei

Die Acrylmalerei gewinnt bei den Hobbymalern immer mehr an Interesse, da sie im Vergleich zu Ölfarben sehr schnell trocknet und das Haus beim Malen nicht nach Tankstelle riecht. Zum Verdünnen wird nur Wasser benötigt, und nach dem Trocknen ist das Kunstwerk Wasserfest. Die Farben sind wie Ölfarben vermal- und mischbar, können lasierend mit dem Pinsel oder Pastös mit dem Malmesser verarbeitet werden und können qualitativ mit den Ölfarben konkurieren.

Acrylfarbe hält auf allen glatten, fettfreien Flächen wie zum Beispiel auf Papier, Holz, Leinwand, Stein, Glas und weiteren Materialien. Die bemalte Fläche ist nach etwa einer halben Stunde handtrocken und nach zwei bis drei Tagen komplett durchtrocknet und abriebfest. Wem das zu schnell geht, der kann die Trocknungszeit künstlich mit einem Verzögerer der den Farben beigegeben wird etwas verlängern. Es gibt Farben die lasierend sind (durchscheinend) und welche die opaque sind (deckend). Das ist auf den Farbtuben durch spezielle Zeichen markiert.

Als Palette verwendete der Maler Bob Ross eine durchsichtige Plexiglasscheibe in Palettform. Eine Malerpalette aus Holz oder sogar ein Einwegteller aus Pappe tun es aber auch. Der Teller sollte weiß sein, damit die Farbe besser beurteilt werden kann.

Acrylfarben bieten ausreichend Raum für Experimente. Die Farbe kann nicht nur mit dem Pinsel verteilt werden sondern lässt sich auch mit verschiedenen Schwämmen, Kämmen oder alten Kreditkarten verteilen. Mit einer Zahnbürste und einem Gitter lassen sich Sprüheffekte erzielen. In der feuchten Farbe halten –gerade wenn sie dick aufgetragen wurde– Fremdkörper wie zum Beispiel farbige Glaskügelchen oder Sand, welche sich dadurch in die Bildgestaltung integrieren lassen sehr gut.

Wenn sie Pastös arbeiten wollen, dann können sie –um nicht die teure Farbe zu verschwenden– erstmal die Struktur mit einer Strukturpaste erzeugen, diese trocknen lassen und anschließend mit Farben übermalen. Durch die Oberflächenstruktur können faszinierende Effekte erzielt, und dem Bild eine gewisse Plastizität verliehen werden.

Die Farbe wird in der Regel auf der Palette gemischt und dann erst auf die Leinwand aufgetragen. Wahre (geübte) Künstler können den gewünschten Farbton aber auch direkt auf der Leinwand mischen. Da die Farbe so schnell trocknet, muss sie immer erst kurz vor der Verwendung aus der Tube gedrückt werden. Die Leinwände auf den Keilrahmen können, um sie zu bemalen, ruhig flach auf einen Tisch gelegt werden, aber zum Trocknen sollten sie möglichst senkrecht stehen.

Verwendung der Pinsel

Jeder Pinsel hat seine eigenen Stärken und Schwächen. Große Pinsel werden verwendet, um den Hintergrund und große Flächen auszumalen oder wenn sie kräftige Borsten haben auch zum Tupfen mit sehr wenig Farbe auf den Borstenspitzen. So können zum Beispiel Blätter an entfernt stehenden Bäumen und Büschen getupft werden.

  • Ein Flachpinsel wird benutzt, um quadratische Objekte mit scharfer Kante zu malen.
  • Der Katzenzungenpinsel mit seiner rundlichen Spitze, ist zum malen von scharfkantigen, runden Objekten gut geeignet.
  • Der Fächerpinsel wird für Gräser, Wimpern, Haare und mit der Seite gezogen für gerade Linien verwendet.
  • Der Spitzpinsel mit seinen feinen Haaren ist für feine Details gut zu gebrauchen.
  • Schwämme unterschiedlicher Art können benutzt werden, um die Leinwand anzufeuchten und um Farbe sehr dünn und sparsam auf der Leinwand zu verteilen.

In die Praxis

Sonnenuntergang, Strand und Palme

Zu Beginn sollten Sie erstmal ein einfaches Motiv malen, um die Handhabung der Farben und Pinsel auszuprobieren. Bei diesem einfachen Motiv ist es nicht notwendig auf der Leinwand vorzuzeichnen. Wie gesagt, geht es erst einmal hauptsächlich darum, das Material spielerisch kennenzulernen.

Als Motiv zum Üben schlage ich einen Sonnenuntergang mit einem Strand und Palme vor. Einfach aber Effektvoll.

Für Anfänger ist es ratsam, nicht mit zu kleinen oder zu großen Formaten anzufangen, da bei kleinen Leinwänden die Details viel zu fein gemalt werden müssen. Kleine Formate können vom Betrachter genauer begutachtet werden. Das ist deshalb so, weil der Betrachter nicht mit der Nase vor einem Bild steht, dass einen Meter mal einen Meter als Abmessungen hat. Bei kleinen Bildern im DIN A4 Format geht der Betrachter automatisch näher an das Bild heran. Der Autor empfiehlt deshalb ein Format von 30×45 cm. Dies lässt sich noch recht gut handhaben und ist auch nicht zu teuer. Solche Riesenformate mit über 80 cm Kantenlänge sollten nur benutzt werden, wenn auch der Raum, in dem das Bild einmal hängen soll, entsprechend groß ist.

Hauptvorteil der Acrylfarben: man kann schnell korrigieren und es ist egal ob man mit dunkelm oder hellen Untergrund anfängt. Sie können testen, welchen Einfluss die Untergrundfarbe hat. Die alten Meister malten im Gegensatz zu heute nicht auf weißem Untergrund. Wenn der Untergrund in der Komplementärfarbe gehalten ist, erhöht dies die Leuchtkraft der Farben.

Um zu sehen, wie ihre Farben ungemischt und gemischt aussehen, nachdem sie getrocknet sind, sollten sie sich ein Blatt anfertigen, auf dem alle Farben Ihrer Palette jeweils einmal zu sehen sind. Als praktische Zugabe ist es eine gute Idee, die drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau in einem Farbkreis miteinander zu mischen. Dieses Blatt sollten Sie sich gut aufheben, um immer die Farbwirkung sehen zu können.

Ölmalerei

Impressionismus

Das Malen mit Ölfarben erfordert viel Geduld und großes Können vom Künstler. Dies ist ein Handwerk, das nicht mal eben zwischendurch gelernt wird. Die Herangehensweise ist eine andere als bei der Acrylmalerei, da hier das Bild meist in Schichten aufgebaut wird. Zwischen diesen Schichten müssen Trocknungspausen von einer Woche bis drei Wochen eingelegt werden. Die lange Trocknungszeit der Farbe kann aber auch ein Vorteil sein, da so viel feinere Übergänge oder Farbabstufungen erstellt werden können. Außerdem gibt es weniger Stress, weil sich Zeit gelassen werden kann, um die Schicht fertigzustellen. Es muss nur ein Raum gefunden werden, der möglichst fusselfrei ist, an dem die Bilder ungestört in einer Ecke trocknen können und das Licht zum Malen ausreichend hell und in Tageslichtfarbe leuchtet. Ein Raum mit einem großen Fenster nach Norden wäre dafür ideal.

Ölfarbe wird in der Regel auf Leinwand oder speziellen Holzrahmen, den Tintoretto, verarbeitet. Die Farben gibt es ebenso wie die Acrylfarben durchscheinend und deckend. Dies ist auf den Tuben gekennzeichnet. Der Malgrund muss natürlich mit einer Grundierung, dem Gesso, versehen sein. Gesso ist eine besonders deckende Farbe, die speziell für Grundierungen hergestellt wird und günstiger ist als die gewöhnliche Malfarbe. So könnte der Künstler seinen Rahmen selbst bauen, mit Leinwand bespannen und dann mit Gesso grundieren, bevor das Bild darauf entstehen kann. Üblicher ist es aber heutzutage, fertige Keilrahmen zu kaufen. Alternativ dazu,gibt es auch sogennante Malpappen zu kaufen. Bei ihnen ist die Leinwand auf ein Stück Pappe geklebt, daher gibt die Malpappe im Gegensatz zum Keilrahmen nicht nach. Es gibt auch spezielles Papier für Öl-und Acrylfarben.

Zu Zeiten Dürers mussten sich die Künstler ihre Ölfarben selbst herstellen (oder sie ließen das von ihren Schülern und Gehilfen erledigen). Diese besteht in erster Linie aus Pigmenten, welche der eigentliche Farbgeber ist, und Ölen mit Harzanteil.

 

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kleckerlabor

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