Maltechnik

Unter dem Begriff Maltechnik ist das Auftragen von Farben mit bestimmten Eigenschaften auf Untergründe bzw. Bildträger zu verstehen. Es geht also um die materielle Seite bei der Entstehung eines Kunstwerkes, nicht um dessen Stil oder seine Aussage.

Von der Renaissance bis zum 19. Jahrhundert wurden Fragen der Maltechnik als reines Handwerk abgetan und die schöpferische Seite von Kunstwerken übermäßig glorifiziert. Erst in Bauhaus– und Jugendstil-Zeiten rückte der ästhetische Wert der Materialeigenschaften wieder in den Vordergrund. Manche Künstler verwarfen die breite Palette der Pigmente, die entwickelt worden waren, um feinste Farbnuancen wiedergeben zu können, und wendeten sich wieder einem symbolischen und expressiven Gebrauch der Farbe zu.[1]

Einfluss auf die Maltechnik haben Farbe, Bindemittel und Malgrund. Bei Wand- und Deckengemälden besteht der Malgrund aus dem Verputz. In der Tafelmalerei wird zuerst eine auf den Bildträger abgestimmte Grundierung aufgetragen, die aus einer oder mehreren Schichten besteht und zum Beispiel beim Aufbringen von Ölfarben verhindert, dass Bindemittel in den Bildträger eindringen kann. Der Malgrund dient außerdem als Reflexionsschicht. Erst im Impressionismus wurde direkt auf den Bildträger gemalt.

Aquarell

Beim Aquarell als technisch einfachstem Verfahren werden wasserlösliche Farben dünn auf Papier, Pergament oder andere Materialien aufgetragen. Dazu werden die aus einem Bindemittel (Gummi arabicum) und Farbpigmenten bestehenden lasierenden Farben mit Wasser verdünnt. Im Unterschied zu Gouache und Tempera schimmert der Malgrund durch die Farbschichten hindurch. Farbmischungen entstehen in der Regel durch das Übereinandermalen verschiedener transparenter Farbschichten. Weiß entsteht dort, wo der Papiergrund ausgespart wird.

Tafelmalerei

Für die Tafelmalerei ist neben der Grundierung vor allem das Bindemittel entscheidend. Die in dünnen Schichten aufgetragenen Kaseinfarben oder in Ei-Emulsionen gebundenen Farben der bis zum 15. Jahrhundert dominierenden Temperamalerei erlangten erst durch den abschließend aufgebrachten Firnis Glanz und Leuchtkraft. Dagegen ließ sich die aus der Enkaustik (Mumienporträts) seit dem 4. Jahrhundert bekannte, in Bienenwachs gebundene Farbe in weichen Übergängen gestaltend auftragen. Eine solche illusionistische Malweise wurde in der europäischen Malerei erst seit dem 15. Jahrhundert durch die Verwendung trocknender Öle als Bindemittel möglich.

Über Jahrhunderte als eine Mischtechnik mit komplizierten Unter- und lasierenden Übermalungen entwickelt und vervollkommnet, wurde die Ölmalerei seit etwa dem 17. Jahrhundert zunehmend auch als reine Primamalerei betrieben, bei der die auf der Palette gemischte Ölfarbe unmittelbar auf die Grundierung aufgetragen wird. Diese verhältnismäßig leicht zu handhabende Maltechnik bildete nicht nur die Grundlage für die weite Verbreitung des Tafelbildes, sondern auch den Wandel von der Atelier– zur Freilichtmalerei. Sozialgeschichtlich förderte dieser Wandel die Ablösung feudaler Auftraggeber durch ein kunstsinniges Bürgertum, was zugleich mit der Entstehung eines unabhängigen Kunstmarktes sowie der Entwicklung spezieller Gattungen wie zum Beispiel der Landschafts- und Porträtmalerei auch privater Auftraggeber verbunden war.

Wandmalerei

Weniger die Bindemittel als die Beschaffenheit des Grundes bestimmen die Maltechniken der Wandmalerei. Als Malgrund wurde Kalkmörtel in mehreren, immer feiner werdenden Schichten aufgetragen und anschließend die reine oder mit Bindemitteln versetzte Farbe auf den frischen Putz (daher „al fresco“) aufgetragen Auf Grund der chemischen Reaktionen während der Trocknung versinterte die Farbe mit dem Putz, was diese sog. Fresken besonders haltbar machte. Wird hingegen auf trockenen Putz gemalt, wird diese Technik als al secco bezeichnet. Ein drittes Verfahren ist die Malerei (auf Karton) mit Tier- und Pflanzenleim als Bindemittel. Bei dieser Leimfarbenmalerei hellen die Farben nach dem Trocknen auf.

Neue Entwicklungen

In der modernen Malerei erweitern neuentwickelte Bindemittel ständig die Ausdrucksmöglichkeiten. Eine Alternative oder Ergänzung zur Ölfarbe ist zum Beispiel die um 1960 entwickelte Acrylfarbe, die schnell trocknet und dabei ihre Leuchtkraft behält. Sie kann in Impastotechnik mit Pinseln oder Malmessern aufgetragen werden und trocknet auch in starken Schichten ohne Risse. Mit Wasser verdünnt kann die Acrylfarbe lasierend vermalt werden. Die getrocknete Farbe ist leicht glänzend und bildet einen elastischen Film auf dem Malgrund.

Zudem entwickelten sich in der Moderne neue Arten des Farbauftrags. Insbesondere im abstrakten Expressionismus und im Action Painting wurde der Malgrund nicht nur mit Pinseln, Rollen u.ä. bemalt, sondern auch mit Farbe betröpfelt, beworfen, bespritzt etc. Eine andere neue Art des Farbauftrags ist der gesprühte Auftrag von Farbe, insbesondere aus der Farbsprühdose (z.B. bei Graffiti), der Farb-Spritzpistole oder mittels Airbrush.

Darüber hinaus finden heute auch traditionell unübliche Malgründe Verwendung. So wird in manchen Aktionen der Body-Art beispielsweise der menschliche Körper bemalt. Im Streetart– und Graffiti-Bereich können nahezu alle Oberflächen, die die Stadt bietet, zum Malgrund werden.

Zudem werden teilweise in der modernen und zeitgenössischen Malerei Techniken verwandt, bei denen sich Maltechniken mit Collage-Techniken, Drucktechniken, Fotografie etc. überlagern

Siehe auch

Einzelnachweise

  • Hough Honour und John Fleming: Weltgeschichte der Kunst. Prestel Verlag, München 1992, S. 12.

Literatur

  • Max Doerner: Malmaterial und seine Verwendung im Bilde. (München 1921) hrsg. von Toni Roth, Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1949; neu hrsg. von Thomas Hoppe, Stuttgart 2006, ISBN 3-332-01830-2
  • I. Klöckl: Chemie der Farbmittel in der Malerei. de Gruyter, Berlin 2015, ISBN 978-3-11-037453-7.
  • Stichwort „Maltechnik“; In: Meyers Enzyklopädisches Lexikon. Bibliographisches Institut, Mannheim/Wien/Zürich 1973, Band 15, S. 532.

 

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Illustration

Illustration (v. lat. illustrare „erleuchten, erklären, preisen“; Pl. Illustrationen) bedeutet „das einem Text erläuternd beigegebene Bild“, unabhängig von dessen Form oder spezifischer Funktion.

Mit Illustration wird metaphorisch aber auch der Vorgang der sprachlichen Erläuterung, also das Veranschaulichen und Verständlichmachen eines Sachverhalts, bezeichnet.

Geschichte

Bereits in antiken Buchrollen und Kodices finden sich – wenn auch selten – Illustrationen (siehe Spätantike Buchmalerei).

Im Mittelalter, d. h. vor der Erfindung der Buchdruckerkunst und der damit möglichen technischen Vervielfältigung, in Handschriften also, wurden als Illustrationen – man spricht dann von „Illumination“ bzw. „Buchmalerei“ – gemalte Buchminiaturen verwendet, zum Beispiel in Form von Initialen. Nach Gutenberg wurden in der Regel – analog zum Druck des Textes in beweglichen LetternHolzschnitte verwendet, die in einzelnen Fällen auch handkoloriert wurden.

Eine für die Illustrationskunst wichtige historische Phase war die Reformationszeit. Sie führte zu einem Höhepunkt in der weiten Verbreitung von Flugblättern, die bei Massenherstellung oft sogar auf Text weitgehend verzichteten; das Publikum war in der Regel analphabetisch.

Das Holzschnitt-Verfahren wurde etwa um 1600 vom Kupferstich verdrängt, dieser dann in den kommenden Jahrhunderten durch zahlreiche andere Techniken ersetzt – bis hin zum perfekten modernen Farbdruck. Vor allem die Xylografie (= Holzstich im Unterschied zum Holzschnitt) wurde im 19. Jahrhundert zur beherrschenden Illustrationstechnik in Büchern. Später trat die von Alois Senefelder in München entwickelte Technik der Lithographie (=Steindruck) hinzu.

Mit dem Aufkommen der Fotografie rückte die graphische Illustration in den Hintergrund. Die erklärende Illustration entwickelte sich dagegen zur Informationsgrafik.

 

Verwendung

Wissenschaftliche Illustration[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustrationen in wissenschaftlichen Lehrwerken sind seit der frühen Neuzeit Texten beigegeben, die sich eindeutig nur mit Bildern vermitteln lassen, zum Beispiel bei anatomischen Abbildungen, bei sog. „Kräuterbüchern“ oder bei technischen Beschreibungen. Eine besondere Bedeutung erlangte die Illustration hier durch die Forschungen der Académie unter Colbert. Aus dieser Tradition heraus stützen sich die Enzyklopädisten unter Diderot und d’Alembert auf die didaktische Wirkung der Abbildung und setzten sie erstmals in großem Maßstab ein (Technik: Radierung).

Eine Form der wissenschaftlichen Illustration ist die „Paleoart“ (der englische Begriff wurde von Mark Hallett geprägt).[1] Paleoart kann allerdings nicht nur als zweidimensionale Illustration, sondern auch als dreidimensionale Plastik oder Skulptur ausgeführt werden, beispielsweise durch Heinrich Harder (1858–1935). Die Society of Vertebrate Paleontology verleiht seit 1999 den John J. Lanzendorf PaleoArt Prize für besonders würdige Paleoart.[2]

Literaturillustration

Kulturgeschichtlich wichtiger ist die Entwicklung der Literaturillustration seit dem 18. Jahrhundert. Zunehmend bestand die Leserschaft des bürgerlichen Zeitalters auf Beigabe von Bildern, und so haben eine große Anzahl von Künstlern auf diesem Sektor der Kunstgeschichte wichtige Werke geschaffen.

Besondere Bedeutung gewann die Literaturillustration dann in der Bewegung des „Arts and Crafts“ in England ab der Mitte des 19. Jahrhunderts. Eine grundsätzliche Neubesinnung auf handwerkliche Gediegenheit und gleichzeitige Schönheit aller Gebrauchsgegenstände, also in besonderem Maße auch des Buches, regte zwischen William Morris und Aubrey Beardsley eine förmliche Renaissance der Buchillustration in der frühen Moderne an, – d. h. vor allem im sog. „Art Nouveau“ und seiner deutschen Variante, dem „Jugendstil“, bzw. der Wiener Secession.

Auch von zahlreichen benachbarten Gebieten, dem der Karikatur oder des Cartoon kamen starke Einflüsse in die Literaturillustration.

Die seit der frühen Moderne auch heute noch nach wie vor interessanteste und innovativste Sparte der Literaturillustration ist die im Bilderbuch und im Kinderbuch. Dort spielt sie eine immer größere Rolle.

In der Erwachsenen-Belletristik wurde sie etwa in der DDR oder von der Büchergilde Gutenberg in Frankfurt gepflegt.

Illustration in der Kunstgeschichte

Wie keine andere Geisteswissenschaft ist die Kunstgeschichte gezwungen, sich in Forschung und der Vermittlung des eigenen Lehrgegenstandes auf Abbildungen zu stützen. Schon in ihren Anfängen setzte sie in Handbüchern und Übersichtwerken auf dieses didaktische Mittel. Zwar werden die Neuerungen wie Photographie, Diapositiv und die „neuen Medien“ in ihrem Einfluss auf das Fach kontrovers diskutiert. Die mediale Vermittlung aber, der dieses Fachgebiet überhaupt unterliegt, wird dennoch meist außen vorgelassen.

Gewerbliche Illustration

In den letzten 50 Jahren nahm die „gewerbliche Illustration“ stark an Bedeutung zu, und zwar vor allem in der Werbung und der Verpackung von Produkten. Hier wird Illustration eingesetzt, um dem Betrachter eine schnell erfassbare Visualisierung von Informationen zugänglich zu machen, die ergänzend zum Text im klassischen Sinne „illustrieren“ („erleuchten“ im Sinne von „nicht-textliche Informationen verfügbar machen“) sollen. Beispiele hierfür sind Gebrauchsanleitungen und Explosionszeichnungen. Gern werden Illustrationen auch zur Vermittlung von „Moods“ (Stimmungen) eingesetzt, welche dem beworbenen Produkt eine durch textliche Informationen nur unzureichend vermittelbare Konnotation oder emotional aufgeladene Stimmung verleihen (zum Beispiel eine „nostalgische“, „moderne“ oder „aggressive“ Stimmung).

Illustration wurde und wird auch eingesetzt in der (Werbe-)Filmherstellung und zum Skizzieren von sogenannten „Layouts“, damit in der ersten Phase der Präsentation einer Kampagne bei einem Auftraggeber durch zeichnerische Visualisierungen keine Fotografien eingesetzt werden müssen, da bei deren Herstellung durch die einzusetzenden Mittel, die anfallenden Kosten recht viel höher wären, als sie durch ein paar Zeichnungen sind. Diese Formen der Illustration gelangen nicht an die Öffentlichkeit (sogenannte „Below the Line“-Illustration). Öffentlich sind Werbeillustrationen, die im Druck erscheinen, sei es als Plakat, als Anzeigenmotiv oder als bewegtes Bild in der Animation.

Redaktionelle Illustration

Ein weiteres Gebiet ist das der „redaktionell“ genutzten Illustration: in Zeitungen, Zeitschriften und auch auf Websites sowie Social Media Portalen.

Abbildungslegende

In einer Abbildungslegende sollte mit kurzen und präzisen Bildunterschriften der Bildinhalt kommentiert sowie der Verfasser genannt werden. Um Verwechslungen zu vermeiden, werden Bilder, auch Grafiken, durchnummeriert. Evtl. geschieht dies nur kapitelweise. In einer einzelnen Arbeit sollte die Reihenfolge wiederkehrender Informationen in den Legenden identisch sein; z. B. Abbildungsnummer, Autor, Jahr, Originalgröße (Breite mal Höhe in SI-Einheiten), Titel. Eine weitere Beschreibung folgt in einer nächsten, eingerückten Zeile, einzeiliger Abstand. Für das Textverständnis wäre es besser, wenn dies im laufenden Text geschieht. Abbildungen sollten einen Zugewinn an Informationen darstellen und durch Hinweise bereits im Text verankert sein.

Verlage haben sehr oft eigene Richtlinien für Autoren, in denen weitere Hinweise zur Bildqualität, -größe, -beschriftung und -übermittlung enthalten sein können.

Siehe auch

 Wiktionary: Illustration – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: illustrieren – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur

  • DIN, Deutsches Institut für Normung e.V. (Hrsg.): Präsentationstechnik für Dissertationen und wissenschaftliche Arbeiten. DIN-Normen. 2., veränderte Auflage. Beuth, Berlin / Wien / Zürich 2000, ISBN 3-410-14816-7.
  • Dieter Scholz: Diplomarbeiten normgerecht verfassen. Schreibtipps zur Gestaltung von Studien-, Diplom- und Doktorarbeiten. 2. Auflage. Vogel, Würzburg 2006, ISBN 3-8343-3034-5.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Catherine Thimmesh: Scaly Spotted Feathered Frilled: How Do We Know What Dinosaurs Really Looked Like? Houghton Mifflin Harcourt, 2013, mit Illustrationsbeispielen von John Sibbick, Greg Paul, Mark Hallett und anderen ISBN 978-0-547-99134-4.
  2. Hochspringen Lanzendorf PaleoArt Prize. Society of Vertebrate Paleontology.

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Scherenschnitt

Der Scherenschnitt ist ein kunsthandwerkliches Verfahren (Psaligraphie) und zugleich die Bezeichnung für dessen Ergebnis. Dabei wird Papier oder ein anderes flaches Material mittels einer Schere oder spezieller Schnittinstrumente (z. B. für Ausschnitte) so bearbeitet, dass entweder der verbleibende Umriss oder die Ausschnitte oder beides ein anschauliches Bild ergeben, das realistisch oder schematisch (Ornamente) sein kann. Dabei gibt es

  • die klassische Silhouette, bei der ein ungefaltetes Blatt (oder mehrere übereinanderliegende) zerschnitten wird. Diese Scherenschnitte sind meist schwarz und werden vor einem kontrastierenden hellen Untergrund gezeigt. Sind sie hell, werden sie vor einem kontrastierenden dunklen Grund gezeigt.
  • die Faltschnitttechnik, bei der ein zu Hälften, Vierteln oder noch kleineren Teilen zusammengefaltetes Blatt beschnitten wird. Nach dem Auseinanderfalten der bearbeiteten Papiervorlage ergibt sich ein ein- oder mehrfach axialsymmetrisches Bild.

Der Scherenschnitt, ursprünglich in Nordchina beheimatet, ist eine der ältesten Volkskünste Chinas. Nach der Jahrhundertwende hatte er zunächst an Bedeutung verloren, da Glas das Fensterpapier, an das man Scherenschnitte zu kleben pflegte, ersetzte. Jede Provinz hat ihren bestimmten Stil und ihre spezifische Farbgebung.

In Deutschland war der Scherenschnitt beliebt in der Kultur der Goethezeit und des 19. Jahrhunderts; auf den künstlerischen Scherenschnitt spezialisiert hat sich Paul Konewka. Ein bedeutender Vertreter des Scherenschnitts im Jugendstil ist der Illustrator Marcus Behmer, der seine Scherenschnitte teils auch als Vorlage für ornamentale Gestaltungen herangezogen hat. Der Deutsche Scherenschnittverein e. V. widmet sich der Pflege dieser Kunst und der Archivierung von Künstlerbiographien und Werkbeispielen.

Auch heutzutage haben klassische und moderne Scherenschnitte ihren Liebhaberkreis in der Kunstszene. Bekannte Vertreter der Moderne sind die Scherenschnitt- und Papier-Künstlerin Brigitte Prommegger-Weilguni und der Schweizer Papierschneider Adam Dario Keel. Die Schweizerische Post hat im Herbst 2007 vier Briefmarken mit Motiven von Schweizer Scherenschnitt-Künstlern herausgegeben.

Weltmeister als schnellster Scherenschnittkünstler (Guinness-Buch der Rekorde 1982) ist der, jetzt in Düsseldorf beheimatete, gebürtige Franzose Jacques Maté (eigentlich Jacques Matéos). In den 1980er Jahren nahm er an vielen Fernsehshows teil und hatte prominente Modelle, wie Brandt und Kohl, zuletzt porträtierte er noch mit Schere und Papier auf Jahrmärkten und Weihnachtsmärkten. Für 2010 hatte er angekündigt, zum Ende des Dortmunder Weihnachtsmarktes sein Geschäft zu verkaufen.

In Polen werden die farbenprächtigen Łowiczer Scherenschnitte geschnitten.

 

Bekannte Scherenschnitt-Künstler

Literatur

  • Ernst Biesalski: Scherenschnitt und Schattenrisse. Kleine Geschichte der Silhouettenkunst. Callwey, München 1964, OCLC 2475294.
  • Ursula Kirchner, Otto Kirchner (Hrsg.): Unterwegs Wie und Wohin? Das Motiv der Fortbewegung im Scherenschnitt. August Dreesbach, München 2010, ISBN 978-3-940061-40-9
  • Naomi Feuchtwanger, Wilfried Knauer: Jüdische Scherenschnitte von Archie Granot (= Veröffentlichungen des Braunschweigischen Landesmuseums, Band 51). Braunschweiger Landesmuseum, Braunschweig 1988 DNB 891275738.
  • Judith Steinheider: Schattenbild und Scherenschnitt als Gestaltungsmittel der Buchillustration: Geschichte und Bibliografie (= Kontext Kunst – Vermittlung – kulturelle Bildung, Band 11), Tectum, Marburg 2013, ISBN 978-3-8288-3251-0 (Dissertation Universität Paderborn 2012, 311 Seiten).

Weblinks

 Commons: Paper cutting – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

 

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